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SAM Schmidt Automatisierung Mittelhessen
Dein KI-Arbeitssystem

Dein eigenes KI-Arbeitssystem — Schritt für Schritt selbst gebaut.

Diese Seite ist der komplette Fahrplan an einem Ort: warum sich das lohnt, wie es funktioniert und was du konkret tust. Einrichtung in einer guten halben Stunde, danach eine kleine tägliche Übung, Mission für Mission. Kein Programmieren. Dein Fortschritt wird nur in diesem Browser gespeichert.

◆ 11 Missionen · 3 Stufen · ~30 Min Einrichtung · 5–10 Min tägliche Übung · ab ~15 €/Mon Gesamtkosten

Warum — der eigentliche Grund

Warum das Ganze?

Nicht, weil KI gerade in aller Munde ist. Sondern wegen dem, woraus deine Wochen tatsächlich bestehen: Termine, die nachbereitet werden wollen. Angebote, Notizen, Mails an Kunden, Partner, Ämter. Und dazwischen die eigentliche Arbeit. Der Papierkram ist nötig — aber er muss nicht so viel Energie fressen.

⏱️Grund 1

Stunden zurückholen

Die wiederkehrende Schreib- und Sortierarbeit schrumpft von Stunden auf Minuten. Ab der ersten Woche, nicht irgendwann.

🧠Grund 2

Einen Denkpartner haben

Nicht nur schneller tippen — besser denken. Jemand, der deine Themen kennt, kluge Rückfragen stellt und nie genervt ist.

🔑Grund 3

Herr im eigenen System sein

Kein Abo-Dschungel, keine Plattform, in die man sich einarbeitet und die dann doch nicht passt. Ein Ordner, der dir gehört.

🚀Grund 4

Ungeahntes bauen

Ein kleines Werkzeug, dein eigener Ablauf — wofür früher ein Entwickler nötig war, wird ein Nachmittag.

Die Idee

Was ist ein „KI-Arbeitssystem"?

Du kennst ChatGPT & Co.: Man tippt eine Frage, bekommt eine Antwort. Praktisch — aber jedes Gespräch fängt bei null an. Die KI weiß nicht, wer du bist, welche Projekte laufen, wie du formulierst. Also erklärst du es. Jedes. Einzelne. Mal.

Ein KI-Arbeitssystem dreht das um. Statt die KI im Browser zu besuchen, zieht sie bei dir ein — in einen einzigen Ordner auf deinem Rechner. Darin liegt ein kurzes Briefing über dich plus deine Notizen und Projekte. Die KI liest das, bevor sie loslegt. Und alles, was sie erarbeitet, landet wieder im Ordner — als Dateien, die dir bleiben. Jede Datei macht die nächste schlauer.

Chatbot im BrowserDein KI-Arbeitsplatz
Kennt dich?Fängt jedes Mal bei null anLiest zuerst dein Briefing — in jeder Sitzung
Dein KontextNur, was du reinkopierstNotizen & Projekte liegen direkt im Ordner
Die ErgebnisseVerstreut in alten ChatverläufenAls Dateien gespeichert — bleiben, wiederverwendbar
Wird es besser?Nein — ewig dasselbe GesprächJa — jede Briefing-Ergänzung macht es schlauer
Wem gehört es?Der PlattformDir. Textdateien auf deinem Rechner
Die Bausteine

Du startest mit drei Dingen

Zwei kostenlose Programme und eine Textdatei — mehr ist der Start wirklich nicht. Der Rest kommt später, und nur wenn du ihn willst.

🗂️VS Code

Der Schreibtisch

Ein kostenloses Programm, das deinen Ordner und seine Dateien anzeigt — wie ein aufgeräumter Schreibtisch. Für dich ein Betrachter mit Chat-Fenster.

🤝Claude Code

Der Mitarbeiter

Eine KI, die in diesem Ordner arbeitet. Du redest normal mit ihr — auf Deutsch. Sie liest deine Dateien, schreibt neue, fragt nach, wenn sie unsicher ist.

📋me.md & CLAUDE.md

Das Briefing

Zwei kurze Textdateien, die sagen, wer du bist und was dir wichtig ist. Der Mitarbeiter liest sie zu Beginn jeder Sitzung — du erklärst dich nie zweimal.

Monatelang brauchst du nicht mehr. Später warten drei weitere Bausteine (ab der Pro-Stufe):

📖Später · skills/

Die Rezepte

Aufgeschriebene Anleitungen, die der Mitarbeiter wiederverwendet: „so schreiben wir Nachfass-Mails". Einmal festhalten, für immer nutzen.

🧑‍🤝‍🧑Später · Agenten

Die Spezialisten

Zusätzliche Kollegen für größere Aufträge: ein Rechercheur, ein Prüfer, ein Vier-Augen-Check. Sie arbeiten parallel und prüfen einander.

🔌Später · Workflows

Die Anschlüsse

Der Mitarbeiter verbindet sich mit anderen Systemen — Mail, Kalender, Ablage — und Abläufe laufen nach Plan. Hier wächst er in echte Automatisierung.

Sicher bleiben

Zuerst das Wichtigste: die Ampel

Klartext vorweg: Was du in den Chat tippst, wird in der Cloud verarbeitet — wie bei jedem KI-Assistenten. Deine Dateien bleiben auf deinem Rechner, aber das Gespräch reist. Genau deshalb sortieren wir Inhalte in drei Farben — und die rote Regel kennt im Start-Setup keine Ausnahme.

Grün — los

Deine eigenen Notizen, Planung, Entwürfe, Ideen, To-dos. Alles, was sich um deine Arbeit dreht — nicht um Dritte.

Gelb — erst abstimmen

Interne Unterlagen, Team-Material. Grundsätzlich in Ordnung — aber einmal kurz intern klären, bevor es ins Setup wandert.

Rot — nie

Personenbezogene Daten und vertrauliche Kunden-Unterlagen (DSGVO). Solche Inhalte bleiben in euren geregelten Systemen — niemals im persönlichen Werkzeug.

Im Zweifel: rot. Und Unsicherheit bei einer Farbe ist genau die richtige Frage an dein SAM-Team — Nachfragen ist der Profi-Move, nicht die Blamage. Aus Rot wird kontrolliert Grün später im gemeinsamen Ausbau (Vertragsrahmen/AVV, klare Leitplanken). Bis dahin: Rot bleibt rot.

Dein Pfad

Der Pfad: ① Starter → ② Mid → ③ Pro

Elf Missionen in drei Stufen. Der Pfad läuft in Missionen, nicht in Wochen: Jede gibt dir eine kleine tägliche Übung (5–10 Minuten). Bleib bei einer, bis sich die Übung selbstverständlich anfühlt — mal drei Tage, mal zwei Wochen. Dann klappst du die nächste auf. Und hak die Kästchen wirklich ab — sich über einen kleinen Erfolg zu freuen ist buchstäblich das, was Gewohnheiten entstehen lässt.

🌱 StarterDie Gewohnheit aufbauen — der KI-Arbeitsplatz wird Teil deines Tages.
0Dein KI-Arbeitssystem einrichtenZwei kostenlose Programme, ein Ordner, ein Interview (~30 Min)

Alles hier ist Klick für Klick beschrieben. Kaputtmachen kannst du nichts — der schlimmste Fall ist ein Programm, das nicht startet. Und das ist eine Nachricht an uns, keine Krise.

  1. Claude-Konto anlegen — auf claude.ai registrieren und den Pro-Plan wählen (ab ~15 €/Monat im Jahresabo — die einzigen laufenden Kosten). Mit bestehendem Google-Konto geht's am schnellsten.
  2. Datenschutz-Schalter — in Claude unter Settings → Privacy das Modelltraining ausschalten. Deine Gespräche werden dann nicht fürs Training genutzt.
  3. VS Code installieren (kostenlos) — auf code.visualstudio.com für dein System laden, installieren, starten. Die Willkommens-Tour darfst du wegklicken; fertig bist du, wenn das leere Fenster dasteht.
  4. Deinen Ordner anlegen — im Explorer/Finder einen Ordner erstellen, z. B. Dokumente/mein-os. Dann in VS Code: Datei → Ordner öffnen… und ihn auswählen. Erst der Ordner, dann Claude — dein Mitarbeiter bekommt genau dieses eine Zimmer, nicht den ganzen Rechner.
  5. Claude Code installieren — in VS Code: Terminal → Neues Terminal. Unten erscheint ein Textfeld. Die Zeile für dein System einfügen und Enter:
    Install-Befehl — ins Terminal einfügen
    # Mac / Linux (Terminal):
    curl -fsSL https://claude.ai/install.sh | bash
    
    # Windows (PowerShell):
    irm https://claude.ai/install.ps1 | iex
    Das Terminal ist nur ein Textfenster (Fachwort: Kommandozeile). Rauscht dabei kryptischer Text durch — Fortschrittsbalken, Pfade — ist das normal: der Computer denkt laut.
    🔧 Meldet das Terminal „command not found"? Das Fenster kennt den neuen Befehl noch nicht. Lösung: Terminal → Neues Terminal → nochmal claude tippen. Ein frisches Fenster kennt ihn meist.
  6. Starten & anmeldenclaude eintippen, Enter. Ein Browser öffnet sich; mit deinem claude.ai-Konto anmelden (nur einmal). Bei „Do you trust the files in this folder?" prüfen, ob dein Ordnername dasteht → „Yes, I trust this folder".
  7. Starter-Kit laden & starten — Datei unten herunterladen, START-HIER.md in deinen Ordner legen und Claude einen Satz sagen:
    Der eine Satz
    Lies START-HIER.md und lass uns mein KI-Arbeitssystem aufbauen.
    ⬇ Starter-Kit — START-HIER.md
  8. Marken-Material bereithalten — Logo, Briefbogen, etwas das dir gefällt. Das Interview legt daraus dein Marken-Kit an (Farben, Schriften, Ton).

Was dann passiert: Claude liest das Kit, interviewt dich (sechs freundliche Fragen, eine nach der anderen) und baut dein Briefing und deine Ordner selbst. Deine allererste Erfahrung ist ein Gespräch, kein Einstellungs-Bildschirm.

1Besprechungsnotizen → AufgabenlisteDein täglich Brot — nach jedem Termin, bis es sitzt.

Warum zuerst: Es dauert 30 Sekunden und zahlt sich sofort aus. Nach Terminen und Gesprächen geht erfahrungsgemäß am meisten unter — genau da setzt der erste Handgriff an.

🔁 Deine tägliche Übung: Immer wenn ein Termin endet — Notizen rein, Liste raus. Zwanzig Sekunden, dann den Haken genießen.

Schritte

  1. Rohe Notizen (oder eine Transkript-Datei) in notizen/ ablegen — oder direkt in den Chat. Chaos ist ok.
  2. Den Mitarbeiter die Aufgaben herausziehen lassen (Vorlage unten).
  3. Kritisch lesen — du bleibst der Redakteur. Stimmt was nicht: sag es ihm, aus der Korrektur lernt er.
Vorlage zum Kopieren
Mach mir aus meinen Termin-Notizen eine saubere Aufgabenliste.
- eine Zeile pro Aufgabe, mit Zuständigem und Frist (falls genannt)
- ein eigener Abschnitt „Warten auf andere"
- oben kurz „Getroffene Entscheidungen"
- Projektbezug dazuschreiben, wenn erkennbar
Speichere das Ergebnis in aufgaben/.

[hier die Notizen einfügen — oder die Datei nennen]
💡 Funktioniert genauso mit E-Mail-Verläufen: „Was haben wir vereinbart, was ist noch offen?"
2Der Wochenplan am MontagmorgenAlles aus dem Kopf auf den Tisch — geordnete Woche zurück.

Warum: Diese Mission macht aus dem Werkzeug ein Ritual — und Rituale bleiben. Fünf Minuten am Montag, und die Woche hat eine Form statt einer Warteschlange.

🔁 Deine tägliche Übung: Jeden Morgen zwei Minuten mit dem ersten Kaffee: „Was ist heute das Wichtigste — laut Wochenplan?"

Schritte

  1. Montagmorgen alles abladen, was ansteht — unsortiert ist erwünscht.
  2. Einen strukturierten Wochenplan erstellen lassen (Vorlage unten).
  3. Als notizen/wochenplan.md speichern. Nächsten Montag: „Vergleich mit letzter Woche."
Vorlage zum Kopieren
Es ist Montag. Hier ist alles, was mir für diese Woche im Kopf herumgeht, unsortiert.
Mach daraus einen Wochenplan:
- Top-3-Prioritäten (leg dich fest — ich korrigiere dich, wenn nötig)
- ein Vorschlag pro Tag, rund um die festen Termine, die ich dir nenne
- ein Abschnitt „Nicht diese Woche" — festgehalten, aber aus dem Kopf
Speichere ihn als notizen/wochenplan.md.

[Gedanken hier abladen]
💡 Ergänze den Freitags-Abschluss: „Was ist geschafft, was wandert in die nächste Woche?"
3Mails & Schreiben entwerfenStichpunkte rein, fertiger Entwurf raus — in deinem Ton.

Warum: Ein sauberes Schreiben aufzusetzen ist langsam. Zu wissen, was drinstehen soll, ist schnell. Du lieferst die Absicht, der Mitarbeiter den ersten Entwurf — und der erste Entwurf ist immer der teure Teil.

🔁 Deine tägliche Übung: Jeden Tag ein Schreiben als Entwurf starten lassen — am besten das, auf das du am wenigsten Lust hast.

Schritte

  1. Stichpunkte geben: Was soll das Schreiben sagen, an wen, was soll danach passieren?
  2. Entwurf in deinem Ton anfordern — das Briefing kennt ihn. Sitzt der Ton nicht: einmal korrigieren, merken lassen.
  3. Redigieren, dann selbst versenden. Die KI versendet nie etwas — Hausregel.
Vorlage zum Kopieren
Entwirf mir eine E-Mail, in meinem üblichen Ton (siehe me.md).
An: [wer + in welchem Verhältnis stehen wir]
Ziel: [was soll nach dem Lesen passieren]
Inhaltspunkte:
- [Punkt 1]
- [Punkt 2]
Kurz und verbindlich — ich redigiere vor dem Versand.
Gib mir zwei Varianten für die Betreffzeile.
💡 Die besten Kandidaten sind die unangenehmen Schreiben — die Mail, die du seit Tagen vor dir herschiebst.
🚀 MidEchte Arbeitsergebnisse — Dokumente und ein Mitarbeiter, der dich kennt.
4Aus losen Notizen ein sauberes DokumentVerstreute Gedanken in etwas Vorzeigbares verwandeln.

Warum: Zum ersten Mal liest der Mitarbeiter mehrere Dateien auf einmal und baut etwas Größeres. Hier spürst du den Unterschied zum Browser-Chatbot am deutlichsten — er hat deinen Kontext, weil er im Ordner liegt.

🔁 Deine tägliche Übung: Jeden Tag einen Gedanken in notizen/ ablegen. Die kleinen Notizen von heute sind das Dokumenten-Material von morgen.
Vorlage zum Kopieren
Lies meine Notizen in notizen/ zum Thema [Thema].
Erstelle eine erste Fassung von [Dokument / Gliederung / Einseiter]:
- klar gegliedert mit Überschriften
- alles Unsichere mit [?] markieren, statt zu raten
- bevor du anfängst: stell mir die 3 wichtigsten Rückfragen
Speichere sie als neue Datei in notizen/.
💡 „Unsicheres mit [?] markieren, statt zu raten" ist eine der wertvollsten KI-Gewohnheiten überhaupt — sie macht aus unsichtbaren Vermutungen sichtbare Fragen.
5Den Mitarbeiter schlauer machenDein Briefing mit allem füttern, was du gelernt hast.

Warum: Inzwischen ist dir einiges aufgefallen — Antworten zu lang, falsche Annahmen. Die meisten murren und erklären neu. Du behebst es an der Quelle. Das ist die eigentliche „System"-Fähigkeit: Es wird besser, weil du es pflegst — nicht, weil ein Anbieter ein Update ausrollt.

🔁 Deine tägliche Übung: Jede Korrektur mit fünf Wörtern beenden: „…und merk dir das bitte."
Vorlage zum Kopieren
Lass uns dein Briefing verbessern. Drei Dinge, die du über mich wissen solltest,
die du bisher immer wieder falsch machst oder erfragst:
1. [z. B. „Antworten standardmäßig kurz — Details liefere ich auf Nachfrage"]
2. [z. B. „mit ‚das Büro' meine ich mein Team"]
3. [z. B. „Projekte immer mit Namen und Ort nennen"]
Aktualisiere me.md / CLAUDE.md selbst und zeig mir genau, was du geändert hast.
⚡ ProDein System skalieren — Projekträume, Vorlagen, eigene Werkzeuge.
6Jedem Projekt sein eigenes ZimmerEin Ordner pro Projekt, mit eigenem Briefing.

Warum: Bis jetzt liegt alles in notizen/. Das reicht — bis drei Projekte parallel laufen und der Mitarbeiter raten muss, welches du meinst. Ein Projektordner mit eigener projekt.md macht aus „kennt mich" ein „kennt meine Projekte".

🔁 Deine tägliche Übung: Den Tag mit einer Zeile im Projekt-Logbuch beenden: „Was hat sich heute bewegt?"
Vorlage zum Kopieren
Richte in projekte/ ein Zimmer für mein Projekt [Name] ein.
Interview mich kurz: Ziel, Beteiligte, aktueller Stand, nächste Meilensteine —
und was du bei diesem Projekt immer im Hinterkopf behalten sollst.
Erstelle dann projekte/[name]/projekt.md als Briefing und ein logbuch.md.
Wenn ich [Name] erwähne, lies ab jetzt zuerst dieses Briefing.
7Deine Vorlagen-Bibliothek aufbauenAlles, was du zweimal machst, wird zur Vorlage.

Warum: Inzwischen sind gute Dinge entstanden. Der Pro-Zug ist, nicht mehr von vorn anzufangen. Eine Vorlagen-Bibliothek heißt: Jedes wiederkehrende Stück startet bei 80 Prozent — in deiner Struktur, in deinem Ton.

🔁 Deine tägliche Übung: Wenn dir etwas gut gelungen ist: „Vorlagen-würdig?" Ein Ja pro Woche reicht.
Vorlage zum Kopieren
Schau dir [Datei] an — ein Stück, mit dem ich zufrieden bin.
Zieh daraus eine wiederverwendbare Vorlage: Struktur, Ton, Platzhalter in [Klammern].
Speichere sie als vorlagen/[kurzer-name].md.
Und dann: Welche meiner wiederkehrenden Schreiben verdienen als Nächstes eine Vorlage?
8Der Wow-Moment: ein eigenes kleines Werkzeug bauenDer Mitarbeiter baut dir eine echte kleine Webseite.

Warum: Kleines Geheimnis — dein Mitarbeiter schreibt nicht nur, er kann auch bauen. Eine Übergabe-Checkliste, ein kleines Formular: Du beschreibst es, er baut es als Webseite, du öffnest sie im Browser. Der Moment, in dem klar wird: Die Decke hängt viel höher als „Schreibhilfe".

🔁 Deine tägliche Übung: Ideen sammeln — immer wenn du dieselben Schritte zum zweiten Mal erklärst, das Thema notieren.
Vorlage zum Kopieren
Bau mir eine interaktive Checkliste als einzelne HTML-Datei (checkliste.html) in meinem Ordner.
Thema: [z. B. „Einweisung für neue Mitarbeiter"]
Punkte: [hier auflisten — oder verweise auf eine Datei in notizen/]
Anforderungen:
- klares, freundliches Design, auch auf dem Handy gut lesbar
- Kästchen, die ihren Zustand behalten, wenn man die Seite wieder öffnet
- Gestaltung & Ton: nutze marke/marken-kit.md
Ich öffne sie im Browser und wir verfeinern sie gemeinsam.
💡 Ampel beachten — allgemeine Checklisten ja, Kunden-Details nein. Und die Schablone ist wiederverwendbar.
9Deinen eigenen Anwendungsfall entwerfenDu kennst deinen Betrieb am besten — erkenne die Gelegenheit selbst.

Warum: Das ist das Gesellenstück. Bis hierhin bist du Missionen gefolgt — jetzt entwirfst du eine. Zu erkennen, wo KI hilft (wiederkehrend, lästig, ampel-grün), ist mehr wert als jeder einzelne Ablauf. Denn das behältst du für immer.

🔁 Deine tägliche Übung: Einmal am Tag innehalten: „Hätte das gerade der Mitarbeiter erledigen können?"
Vorlage zum Kopieren
Ich habe eine wiederkehrende Aufgabe, die wir uns leichter machen sollten:
[beschreiben — was löst sie aus, was tust du, was muss am Ende herauskommen]

Entwirf mit mir einen einfachen Ablauf dafür:
- was lege ich künftig in welchem Ordner ab?
- was musst du einmalig wissen (Briefing) und was jedes Mal (Anfrage)?
- mach einen Vorschlag — und dann testen wir ihn sofort an einem echten Beispiel.
💡 Gute Kandidaten verstecken sich in unscheinbaren Ecken: Statusberichte, wiederkehrende Zusammenfassungen. Langweilig + wiederkehrend = perfekt.
10Weitergeben — und die nächste Runde planenEinen Handgriff zeigen und mit dem SAM-Team Bilanz ziehen.

Warum: Etwas Kleines zu zeigen ist der beste Test, ob man es verstanden hat. Und nichts überzeugt Kollegen so sehr wie echte Arbeit, live vorgeführt von jemandem, dem sie vertrauen — nicht von einem Verkäufer.

🔁 Deine tägliche Übung: Bei einem Aha-Moment: erzähl ihn noch am selben Tag jemandem — ganz ohne große Vorführung.

Schritte

  1. Deinen Lieblingsmoment auswählen — den, bei dem du dachtest „das war stark".
  2. Jemandem live zeigen, an echter (ampel-grüner) Arbeit — 10 Minuten, ohne Folien.
  3. Beobachten, was Neugier weckt — der beste Hinweis, was sich als Nächstes lohnt.
  4. Bilanz mit dem SAM-Team: Was hat sich bewährt, wo hakt es, was ist der sinnvollste nächste Baustein?
Zum Reinschauen

Echte Beispiele: ein Briefing, drei Rezepte

So sehen diese Textdateien wirklich aus. Zum Lesen aufklappen, kopieren — oder herunterladen und als Vorsprung direkt in deinen Ordner legen.

📋 CLAUDE-beispiel.md — so sieht das Briefing nach ein paar Wochen aus
CLAUDE-beispiel.md
# CLAUDE.md — Beispiel-Briefing

## Wie wir zusammenarbeiten
- Antworten standardmäßig kurz; Details auf Nachfrage.
- Sprache: Deutsch, Alltagssprache.
- Leg dich fest: Vorschlag statt Optionsliste. Ich korrigiere dich.
- Alles Unsichere mit [?] markieren, statt zu raten.

## Hausregeln (unverhandelbar)
- Ampel: grün eigene Notizen · gelb intern erst abstimmen · rot personenbezogen/vertraulich nie.
- Du versendest nie etwas. Nie löschen ohne mein Okay. Markentreu: marke/marken-kit.md lesen.

## Ordner-Landkarte
- notizen/  aufgaben/  projekte/<name>/  vorlagen/  marke/  skills/

## Feste Routinen
- Montag: Wochenplan · Nach Terminen: Aufgabenliste · Freitag: Wochenabschluss
⬇ Download
🧾 skill-besprechungsnotizen.md — das Rezept hinter Mission 1

Rohe Notizen rein, saubere Aufgabenliste raus — mit Zuständigem und Frist, Unklares als [?].

⬇ Download
🗓️ skill-wochenplan.md — das Montags-Ritual als Rezept

Gedanken-Abwurf rein, realistischer Wochenplan raus. Gleicher Skill, anderes Ende = Freitags-Abschluss.

⬇ Download
✉️ skill-mail-entwurf.md — Schreiben im Marken-Ton

Die KI entwirft im Marken-Ton, markiert Lücken mit [?] — und versendet nie: du prüfst und schickst.

⬇ Download
Der Weg dahinter

Wohin das führen kann: vom Cockpit zur Automation

Der Pfad oben macht dich schneller. Der Horizont dahinter: Dinge laufen von selbst — immer mit dir als Redakteur. Drei Stufen, ehrlich beschriftet:

Heute — dieser Pfad

Dein KI-Cockpit

Ein Mitarbeiter, der deinen Kontext kennt. Notizen werden Aufgaben, Entwürfe entstehen in deinem Ton — alles, weil du es angestoßen hast.

Als Nächstes

Dein Ordner spricht mit deinen Tools

Mail, Kalender, Ablage: der Mitarbeiter liest und bereitet über Systemgrenzen hinweg vor. Der Sprung ist Reichweite, nicht Eigenleben.

Horizont — Automation

Routinen laufen von allein

Mit einer Workflow-Werkbank wie n8n laufen Abläufe nach Plan — und jedes Ergebnis landet als Entwurf zur Prüfung, nie als Auto-Versand.

So sieht Stufe 3 konkret aus (Beispiele, die wir bauen): Foto + Kurznotiz → Doku-Entwurf · Urlaub/Krank-Meldung als Formular → fertiger Mail-Entwurf · Freitags-Übersicht über alle Projekte baut sich selbst · Posteingang über Nacht vorsortiert, jede Anfrage mit Antwortvorschlag.

Eiserne Regel auf dieser Stufe: Jede Automation endet als Entwurf für deine Augen — nichts verlässt das Haus von allein. Und jeder Ablauf hat laufende Kosten, die vorher auf dem Tisch liegen.
Einfach erklärt

Wie funktioniert das alles?

Wie schließt man ein Tool an? (das Ding namens „MCP")

Stell dir MCP wie eine Universal-Steckdose für KI vor. Jedes Tool kann so eine Dose anbieten — dein Kalender, dein Postfach, eine Ablage. Steckst du deinen Mitarbeiter ein, bekommt er genau die Fähigkeiten, die die Dose hergibt: „lies meinen Kalender", „durchsuche diese Dokumente". Das Anschließen ist ein einmaliger Schritt aus ein paar Konfigurationszeilen — 20 Minuten, zusammen mit dem SAM-Team. Wichtig: Jede Dose kommt mit Berechtigungen. Nur-Lesen ist Standard. Wie ein Schlüssel für einen Raum — nie fürs ganze Gebäude.

Wie baut man einen Agenten?

Ein Agent ist eine Stellenbeschreibung in einer Textdatei — wirklich. Du schreibst: „Du bist der Korrekturleser. Du prüfst Ton und Klarheit. Du änderst nie Fakten. Du gibst eine markierte Fassung zurück." Speichern, fertig: Dein Haupt-Mitarbeiter kann diesem Spezialisten jetzt Arbeit übergeben. Kein Code, kein Server — eine Seite klare Anweisungen. Wer ein gutes Briefing schreiben kann, kann einen Agenten bauen.

Wie baut man einen Workflow?

Ein Workflow ist ein Rezept mit Auslöser: „WENN eine Mail mit Anhang ankommt → Kerndaten herausziehen → Zusammenfassung schreiben → Antwortentwurf in meine Entwürfe legen." In einem Werkzeug wie n8n baust du das, indem du Kästchen auf einer Fläche verbindest — jedes Kästchen ein Schritt, jede Linie „dann". Es sieht aus wie ein Ablaufdiagramm, weil es eines ist. Rezept-Denken, kein Programmieren.

Wie hängt das alles zusammen?

Denk in Schichten, jede steht auf der darunter: (1) dein Ordner + Briefing = das Gedächtnis · (2) der Mitarbeiter = das Gehirn, das es liest · (3) MCP-Stecker = Sinne und Hände in andere Systeme · (4) Agenten = Spezialisten-Gehirne für wiederkehrende Rollen · (5) Workflows = das Fließband, das Arbeit anstößt. Über allem: die Ampel und die Entwurfs-Regel. Nimm eine obere Schicht weg, und die darunter funktionieren weiter — das Gegenteil einer Alles-oder-nichts-Plattform.

Wer baut Stufe 2 und 3 — und was kostet das?

Stufe 2 ist überschaubar: oft ein bis zwei Sessions mit dem SAM-Team. Stufe 3 ist echtes Handwerk — genau unser Metier. n8n selbst läuft kostenlos oder für wenige Euro; jeder Workflow hat laufende Kosten, die vor dem Bau auf dem Tisch liegen. Hausregel: Du entdeckst nie eine Rechnung — du gibst sie vorher frei. Und jeder Workflow kommt mit eingebautem Prüfschritt.

Ehrliche Antworten

Fragen, die du dir vermutlich stellst

Muss ich programmieren können?

Nein. Du tippst genau einen technisch aussehenden Befehl in deinem Leben — die Install-Zeile in Schritt 0, und die kopierst du. Alles danach ist normales Schreiben.

Wo landen meine Dateien und Gespräche?

Deine Dateien liegen im Ordner auf deinem Rechner — die gehen nirgendwohin, solange du sie nicht ins Gespräch gibst. Was du in den Chat tippst, wird bei Anthropic verarbeitet (der Firma hinter Claude) — wie bei jedem Cloud-KI-Assistenten. Genau dafür gibt es die Ampel.

Was, wenn ich etwas kaputt mache?

Realistisch: passiert nicht. Dein Arbeitsplatz ist ein Ordner mit Textdateien — keine Datenbank, kein Server. Verheddert sich ein Gespräch: Fenster zu, neu anfangen. Deine Dateien bleiben unberührt, und Claude löscht nie ohne dein Okay.

Warum nicht einfach ChatGPT im Browser?

Kannst du parallel weiter nutzen. Der Unterschied ist Gedächtnis und Ergebnis: Ein Browser-Chat fängt jedes Mal bei null an, Ergebnisse verschwinden. Dein Arbeitsplatz kennt deinen Kontext und alles bleibt gespeichert. Spätestens in Woche 4 spürst du es.

Ist das nicht wieder ein System, das am Ende keiner nutzt?

Berechtigt — und der Grund, warum dieser Weg andersherum gebaut ist. Kein Einführungsprojekt, kein Funktionsberg: Du fängst mit einem Handgriff an, der ab Tag eins Zeit spart, und erweiterst nur, was sich bewährt.

Was kostet das alles?

VS Code: 0 €. Claude Code: 0 €. Starter-Kit und diese Seite: 0 €. Einzige laufende Kosten: das Claude-Pro-Abo ab ~15 €/Monat. Keine Einrichtungsgebühr, kein Lock-in.

Wie viel Zeit kostet mich das wirklich?

Einrichtung: einmalig ~30 Minuten. Danach eine kleine tägliche Übung von 5–10 Minuten, eingebettet in Arbeit, die ohnehin ansteht. Voller Tag? Einfach auslassen — der Pfad wartet.

Griffbereit

Spickzettel

Sätze, die gut funktionieren

  • Stell mir erst Fragen. — er interviewt dich, statt zu raten
  • Leg dich fest, ich korrigiere dich. — Vorschlag statt Options-Liste
  • Unsicheres mit [?] markieren. — Vermutungen werden sichtbar
  • Kürzer. — völlig legitim
  • Speichere das als Datei in notizen/.
  • …und merk dir das bitte. — Fehler passiert nie zweimal

Mini-Glossar

  • Terminal — das Textfenster in VS Code, in dem Claude wohnt.
  • Markdown (.md) — einfache Textdatei mit schlichter Formatierung.
  • Prompt — das schicke Wort für „was du der KI sagst".
  • CLAUDE.md — das Briefing, jede Sitzung zuerst gelesen.
  • Session — ein Gespräch. Neu = frischer Start, Dateien bleiben.